Heute vor 15 Jahren habe ich mich mit meinen Dokumenten und Unterlagen auf den Weg zur Wirtschaftskammer Salzburg gemacht und dort meinen Gewerbeschein gelöst – am 1. April 2006. Das war kein Aprilscherz, ganz und gar nicht. Nein, das war der Startschuss für know wau – Training für Menschen mit Hund.

 

Danke für Ihr Vertrauen

15 Jahre Hundeschule, 15 Jahre mit „braven“ und „schlimmen“ Hunden und ihren Menschen, mit tollpatschigen süßen Welpen, mit verängstigten Tierschutzhunden, mit ungehobelten Rohdiamanten und noch vielen mehr. Allen Teams, die ich in diesen 15 Jahren begleiten durfte, möchte ich an dieser Stelle ein herzliches Danke sagen. Ich habe mit euch sooo viele Erfahrungen gesammelt. Gutes Hundetraining geht weit über das Vermitteln von Trainingstechniken und Übungsanleitungen hinaus und das Vertrauen, das mir meine KundInnen rührt mich immer wieder. Spannende, fröhliche und bewegende Trainingsstunden haben wir miteinander verbracht, berührende, erstaunliche und oft tiefgründige Gespräche geführt, manchmal einfach geschwiegen und gelegentlich auch miteinander geweint. Und uns über viele viele Erfolge gemeinsam gefreut!

 

Abenteuer Hundeschule

Ich fühlte mich bestens gerüstet für diese neue Aufgabe, an jenem 1. April, etliche Jahre Erfahrung mit Mensch-Hund-Teams hatte ich ja schon. Mein Bücherschrank war gut bestückt mit allem, was es damals so an „Pflichtlektüre“ gab. Das war natürlich nicht ansatzweise soviel wie heute. Und von den wenigen Seminaren für HundetrainerInnen, die es zu der Zeit gab, hatte ich viele besucht. Oh ja, ich war sozusagen eine von den Guten, eine von denen, die die Hunde nicht anschrie oder an der Kette würgte und ich war stolz darauf. Wattebauschwerferin hieß es damals – und heute wohl auch noch. Inzwischen fasse ich es durchaus als Kompliment auf, wenn man mich so bezeichnet.

Gut, dass ich damals nicht geahnt habe, was sich auf dem Sektor Hund noch alles entwickeln würde und wie viel ich noch dazulernen sollte smiley.

Ich kann Ihnen nicht sagen, wie oft ich meine Kursunterlagen inzwischen umgeschrieben habe. Sogar ersatzlos gestrichen habe ich einiges. Mir ist inzwischen völlig klar, dass ich die Unterlagen noch viele weitere Male ändern werde. Und das ist gut so! Schließlich gibt es laufend neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung, die das Hundetraining beeinflussen und auch verändern (müssen).

 

Click für Click

Der Clicker war schon damals ein wichtiges Instrument, allerdings nutzten wir ihn fast nur zum Erlernen von einzelnen Übungen. Das machen wir in meiner Hundeschule know wau auch heute noch so. Aber auch noch ganz viel mehr. Der Clicker für mich inzwischen ein unverzichtbares Hilfsmittel, wenn es um den Umgang mit Verhaltensthemen geht. Umweltunsicherheit, Angst und Artgenossenaggression sind gängige Themen in meinem beruflichen Alltag, denen wir mit dem Markertraining (der Clicker ist ein Marker) zu Leibe rücken.

 

So exotisch wie damals ist das Clickertraining heutzutage ja nicht mehr. Trotzdem ist es für viele HundehalterInnen eine ungewohnte Herangehensweise, sich nicht auf das unerwünschte Verhalten zu konzentrieren – also auf das, was der Hund nicht machen soll. Vielmehr gilt es, das zu verstärken, was man möchte. Viele sind noch immer gewohnt, in dem Moment zu reagieren, in dem der Hund etwas falsch macht, in dem er sich danebenbenimmt. Die unzähligen Gelegenheiten, bei denen der Hund sich gut und richtig verhält, werden nicht nur nicht beachtet, sondern meistens gar nicht erst bemerkt. Über den Umgang mit dem Clicker verändert sich die Wahrnehmung und plötzlich registrieren HundehalterInnen, was ihr Hund den ganzen Tag über so alles gut, richtig und „brav“ macht. Es sind beglückende Momente in meiner Praxis, wenn meine KundInnen von ihren ersten AHA-Momenten berichten. Diese Erfahrung hat mir sehr geholfen, mein Training immer weiter zu entwickeln und zu optimieren. Es macht so viel mehr Spaß, sich gemeinsam über (auch noch so kleine) Erfolge zu freuen!

 

Clickern wie die Profis, Onlinekurs

 

Ich habe keine Ahnung, wie viele Teams ich in all den Jahren begleiten durfte. Vielleicht hätte ich wirklich mitschreiben sollen. Manche HundehalterInnen kommen nur für einen Kurs oder einige wenige Trainingsstunden. Andere bleiben Jahre und werden zu FreundInnen, wofür ich ganz besonders dankbar bin. Ich habe wirklich ganz wunderbare Menschen auf diese Weise kennengelernt, von den phantastischen Hunden ganz zu schweigen. Und doch ist jedes Team, das sich mir anvertraut, wieder völlig neu und völlig einzigartig.

Lagerbildung im Hundetraining

Es gibt gewissermaßen 2 Lager in Sachen Hundeerziehung. Auf der einen Seite stehen die WattebauschwerferInnen, Clickeruschis und Futtertanten, wie wir manchmal geringschätzig genannt werden. Dahinter steht das Bemühen, mit Hunden fair und freundlich umzugehen.

Auf der anderen Seite gibt es immer noch Menschen, die ihren Hund um jeden Preis „dominieren“ möchten und die wenige Gedanken darauf verschwenden, wie es den Hunden dabei geht. Das mag zum Teil Fernsehsendungen anzulasten sein, die mehr der Quote als der Qualität verpflichtet sind. Ich weiß nicht, ob es auf eben diese Fernsehformate zurückzuführen ist, dass ich heute bei Vorträgen und Seminaren wieder viel mehr über den Unsinn von Strafen und Gewalt im Hundetraining sprechen muss als vor 10 Jahren. Die Vermutung liegt nahe.

Insgesamt gibt es zunehmend mehr Menschen, die mit ihrem Hund fair und freundlich umgehen möchten. Das macht Hoffnung und motiviert mich, weiter zu machen, mich weiterhin einzusetzen und für faires Hundetraining zu engagieren. Das mache ich einerseits in meiner Arbeit mit HundehalterInnen in meiner Hundeschule know wau in Salzburg und online. Darüber hinaus bin ich in der VÖHT, der Vereinigung österreichischer HundetrainerInnen,  aktiv und habe auch dort, in meiner Funktion als Präsidentin, die Möglichkeit, freundliches, modernes Hundetraining in die Welt zu tragen.

Voller Stolz blicke ich heute auf 15 Jahre know wau zurück und genieße, was ich erreicht habe. Das gibt Schwung und Elan für die nächsten 15 Jahre, in die ich mich jetzt voller Freude aufmache.

Darf ich Sie und Ihren Hund ein Stück begleiten? Dann melden Sie sich einfach bei mir.

Ihre

Karin Immler

 

 

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