Wer hat an der Uhr gedreht?

Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät:

Eine Stunde weniger/eine Stunde mehr und plötzlich fühlt sich alles ein wenig verschoben an – „unwucht“ nenne ich das. Die Zeitumstellung bringt viele Menschen aus dem Takt, ich bin einer davon. Normalerweise stehe ich ohne Wecker auf, nicht nach der Zeitumstellung! Ich brauche ungefähr 3 Wochen bis ich mich auf die „neue Zeit“ eingestellt habe und mein Rhythmus wieder passt.

Auch bei meinen Katzen nehme ich das wahr. Sogar sie brauchen eine Weile, bis sie sich an den neuen Rhythmus angepasst haben. Besonders Amadeus, mein alter Herr, hat da seine Mühe und „hängt“ an seiner täglichen Regelmäßigkeit. An unsere Hunde denken wir im Zusammenhang mit Sommerzeit und Winterzeit oft gar nicht. Dabei gewöhnen sie sich genau wie wir an einen gleichmäßigen Tagesrhythmus, Lebensrhythmus, und sie sind – auch wie wir – echte Gewohnheitstiere.

Hunde orientieren sich durchaus an einer inneren Uhr, an Abläufen und einer verbindlichen Tagesstruktur. Wenn sich diese plötzlich verändert, kann das den Hund durcheinanderbringen und ev. sogar verunsichern.

Warum die Zeitumstellung für Hunde herausfordernd sein kann

Hunde sind Meister der Routine. Oder anders formuliert, sie sind echte Nerds, Monks, Musterlerner! Feste Zeiten für Futter, Spaziergänge und Ruhephasen bilden den Rahmen für das Leben unserer Hunde. Sie geben Sicherheit und Orientierung. Sich darauf verlassen zu können, ist für viele Hunde ein wichtiger Anker in ihrem Alltag.

Natürlich hat es, genau wie bei uns Menschen, mit der Persönlichkeitsstruktur zu tun, wie wichtig die Einhaltung eines genauen Stundenplans ist. Vielleicht ist es auch das Sternzeichen, in dem das Tier oder der Mensch geboren ist, das Rückschlüsse zulässt. Ich kann dem durchaus etwas abgewinnen. Jugfraugeborene, Stiere und Zwillinge haben – so sagt man – keine große Freude mit Veränderungen und hängen extrem an Gewohnheiten und Routinen.

Jetzt! Es ist Zeit für den Spaziergang! Jetzt! Wo bleibt das Futter!

Die meisten Hunde sind es gewohnt, zu einer bestimmten Zeit spazieren zu gehen. Sie verstehen nicht, warum das plötzlich anders sein soll…. eine Stunde zu früh, eine Stunde zu spät!?

Auch der Magen richtet sich nach Gewohntem: Der Hunger stellt sich ein, wenn es üblicherweise Essen gibt – und nicht eine Stunde früher oder später.

Der Stundenplan Ihres Hundes

hängt im Wesentlichen von Ihrer Lebensplanung ab, die wiederum in den meisten Fällen vom Beruf vorgegeben wird. Meine Hunde sind sehr dehnbare Stundenpläne gewohnt: Frühstück zwischen 8.00 und 11.00 Uhr, Abendessen zwischen 18.00 und 22.00 Uhr, Spaziergänge irgendwann dazwischen. Unser Tagesablauf ist nicht in ein striktes Konzept eingepasst, weil er von meinen Terminen abhängt, die unregelmäßig stattfinden.

Das mag bei Ihnen ganz anders aussehen, weil Sie z.B. gleichbleibende Arbeitszeiten haben. Je gleichförmiger Ihr Tagesablauf ist, um so verbindlicher sind Fixpunkte und Gewohnheiten auch für Ihren Hund.

Erleichtern Sie Ihrem Hund die Zeitumstellung
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Wird dieser Rhythmus plötzlich verschoben, kann das unterschiedliche Reaktionen auslösen:

  • Unruhe oder erhöhte Aktivität
  • Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen
  • verändertes Fressverhalten
  • körperliche Reaktionen wie Verdauungsprobleme

Besonders betroffen sind Hunde, die ohnehin sensibel auf Veränderungen reagieren oder klare Strukturen im Alltag benötigen. Auch Tiere, die aus schwierigen Verhältnissen kommen und erst langsam im neuen Leben ankommen, können sich schon mit kleinen und kleinsten Abweichungen schwertun.

Erleichtern Sie Ihrem Hund die Zeitumstellung

Ihr Hund orientiert sich stark an Ihnen. Das heißt nicht, dass Sie immer „cool“ sein oder Ihrem Hund den Superman vormachen müssen. Wenn Ihre Souveränität nicht echt ist, merkt Ihr Hund das ohnehin – Theaterspielen rentiert sich also nicht.

Keiner von uns ist immer entspannt und gut drauf, doch der Gedanke an unsere Tiere, an die Verantwortung, die wir für sie haben, lässt uns vielfach bewusster werden und darüber nachdenken, welchen Einfluss unser Handeln, unsere Haltung auf sie hat. Und das gilt auch für die Zeitumstellung. Es geht nicht darum, so zu tun, als existiere sie nicht, sondern vielmehr darum zu sagen: „Okay, das ist die Anforderung und wir bestehen sie – miteinander – als Team“.

➡️ Rituale schrittweise anpassen

Verschieben Sie Fütterungs- und Spazierzeiten nicht abrupt, sondern in kleinen Schritten. 15 Minuten pro Tag sind dabei völlig ausreichend. Starten Sie eine Woche vorher, das sollte reichen.

➡️ Nutzen Sie Bewegung und frische Luft

Aktivität hilft Ihrem Hund, den neuen Rhythmus schneller anzunehmen. Ein gut ausgelasteter Hund findet leichter in die Entspannung. Achtung: gut ausgelastet heißt nicht „dauerbespasst“ oder „überdreht“.

➡️ Fördern Sie Entspannung

Ruhige Momente – am besten gemeinsam, sanfte Berührungen – wenn erwünscht, und bewusste kleine Pausen helfen Ihrem Hund, wieder in Balance zu kommen. Das kann ein gemütliches Nickerchen sein oder eine bewusste Bankerlrast beim Spaziergang.

➡️ Kauen und Schlecken als Entspannungshilfe

Kauen, Nuckeln, Schlecken wirken beruhigend und ausgleichend. Gefüllte Kongs, Schleckmatten, Kaustangerl oder auch einfach ein paar Futterstückchen ins Leintuch gewurschtelt können gerade in unruhigen Phasen sehr hilfreich sein. Vielleicht haben Sie Lust, Ihrem Hund einen Partystuhl vorzubereiten, dann ist Suchspaß garantiert.

➡️ Sanfte Unterstützung nutzen

Bei besonders empfindsamen Hunden lohnt es sich auch, über naturheilkundliche Ansätze, Bachblüten oder Chakrablüten nachzudenken, die unterstützend eingesetzt werden.

„Das wahre Wissen kommt immer aus dem Herzen.“ Leonardo da Vinci

Vorbild sein

Trotz allem ist so eine Zeitumstellung nicht der Weltuntergang. Also machen Sie kein Drama daraus. Nicht jede Minute muss „perfekt umgestellt“ sein. Alles, was verkrampft und zwanghaft ist, bewirkt eher das Gegenteil. Je selbstverständlicher Sie selbst mit der Umstellung umgehen und auch bereit sind, halbwegs gelassen zur Kenntnis zu nehmen, dass es eben ein bisschen dauert, sich auf die neue Situation einzustellen, umso leichter wird es auch für ihren Hund.

Entscheidend ist – wie immer -, dass Ihr Hund sich sicher und gut begleitet fühlt und dass Sie als Team die Herausforderungen bestehen, die das Leben nun mal bereithält. Denn am Ende kommt es nicht auf die Uhrzeit an, sondern auf ein gutes Miteinander.

Sie sind ein Team, ein Dreamteam, gemeinsam geht es besser!

Eure und Ihre

Karin Immler

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