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Von
der Liebe berührt,
wird
jeder zum Dichter.
Plato
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Die
Maus
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Es
wollte eine kleine Maus
- im Keller wohnhaft - hoch hinaus;
und eines Nachts, auf leisen Hufen,
erklomm sie achtundneunzig Stufen
und landete mit Weh und Ach
ganz oben, dicht unter dem Dach.
Dort wartete bereits auf sie
die Katze, namens Doremi. -
Kaum,
daß
das Mäuslein nicht mehr lebte,
geschah's, daß eine Fledermaus
ein paarmal um die Katze schwebte,
zur Luke flog und dann hinaus.
Da faltete die Katz', die dreiste,
die Pfoten und sprach: "Ei, wie süß!
Da fliegt die Maus, die ich verspeiste,
als Engelein ins Paradies!"
Heinz
Erhardt
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Die
Ameisen
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In
Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise
Joachim
Ringelnatz
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Hund
und Herrchen
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Egal,
von welcher Art und Rasse,
ob tief er bellt, ob hoch er kläfft,
der Hund macht alles auf der Straße -
und auf die Straße sein Geschäft.
Die
Katze ist da etwas feiner:
sie hat ihr Klo, auf das sie geht,
und wie sie liebt, das sah noch keiner -
man hört es höchstens, abends spät.
Der
Hund dankt stets für jede Strafe,
er leckt die Hand, die ihn versehrt.
Er ist des Herrchens treuster Sklave -
doch meistens ist es umgekehrt.
Heinz Erhardt
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Der
Hund
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Da
oben wird das Bild von einer Welt
aus Blicken immerfort erneut und gilt.
Nur manchmal, heimlich, kommt ein Ding und stellt
sich neben ihn, wenn er durch dieses Bild
sich drängt, ganz unten, anders, wie er ist;
nicht ausgestoßen und nicht eingereiht,
und wie im Zweifel seine Wirklichkeit
weggebend an das Bild, das er vergißt,
um dennoch immer wieder sein Gesicht
hineinzuhalten, fast mit einem Flehen,
beinah begreifend, nah am Einverstehen
und doch verzichtend: denn er wäre nicht.
Rainer Maria Rilke
aus: Der neuen Gedichte anderer Teil
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Glückliches
Hundeleben
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Warum
ist es so schön, ein Hund zu sein?
Niemand erwartet von einem, dass man jeden Tag badet.
Wenn es juckt, kratzt man sich einfach.
Es fällt niemanden auf, wenn einem an den unmöglichsten Körperstellen
Haare wachsen.
Man kann sich stundenlang mit einem Knochen amüsieren.
Man kann den ganzen Tag herumliegen, ohne Angst zu haben, dass man
rausgeworfen wird.
Man kriegt keinen ärger, wenn man einem Fremden seinen Kopf in den Schoß
legt.
Man freut sich immer, dieselben Leute wieder zu sehen.
So etwas wie schlechtes Essen kennt man nicht.
Man bekommt jeden Tag etwas Leckeres serviert.
Man kriegt alles, wenn man nur treuherzig genug guckt.
Dawn Dressler, USA
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Die
polyglotte Katze
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Die
Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt:"Da wart nicht lang ich,
die Maus, die fang ich!"
Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!"
Da plötzlich hört sie - statt"miau" -
ein laut vernehmliches"wau-wau"
und lacht:"Die arme Katze,
der Hund, der hatse!
Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen!"
Doch leider - nun, man ahnt’s bereits -
war das ein Irrtum ihrerseits,
denn als die Maus vors Loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner Schritt -
wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweggerafft! - - -
Danach wäscht sich die Katz die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:
"Wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man ’ne fremde Sprache kann ...!"
zum
Zuhören
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An
ein Hündlein
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Gern
gab ich die drei Fünfer
Dem losen Buben hin.
Er trug, ich möchte schwören,
Noch ärgeres im Sinn.
Hier
wird dich Niemand quälen,
Lässt jeder dich in Ruh;
Ja, trägt wohl gar, dich streichelnd,
Dir manchen Bissen zu.
Des
Nachts, im Herbst und Winter,
Legst du dich nah am Herd
In dein bequemes Körbchen,
Und schlummerst ungestört.
Elisabeth Kulmann
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Der
kluge Kranich
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Wilhelm
Busch
zum
Zuhören
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Mopsenleben
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Es
sitzen Möpse gern auf Mauerecken,
die sich ins Straßenbild hinauserstrecken,
um von sotanen vorteilhaften Posten
die bunte Welt gemächlich auszukosten.
O Mensch, lieg vor dir selber auf der Lauer,
sonst bist du auch ein Mops nur auf der Mauer.
Christian
Morgenstern
zum
Zuhören
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Die
beiden Esel
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Ein
finstrer Esel sprach einmal
zu seinem ehlichen Gemahl:
"Ich
bin so dumm, du bist so dumm,
wir wollen sterben gehen, kumm!"
Doch
wie es kommt so öfter eben:
Die beiden blieben fröhlich leben.
Christian
Morgenstern
zum
Zuhören
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Die
Affen
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Wilhelm
Busch
zum
Zuhören
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Alles
geht
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In
einer engen Box war es,
Auf Beton, unstandesgemäß,
Dass sie die Glühbirne der Welt entdeckte.
Sie war das Ferkel Nummer vier,
Drei andre lagen über ihr.
So ein Gedränge, daß sie fast erstickte!
Schon nach zwei Wochen Saugakkord,
Kam jemand und nahm Mutter fort,
Doch noch als die Erinn´rung schon verblasst war,
Fielen manchmal dem jungen Schwein
Der Mutter Worte wieder ein:
"Die Würde des Schweins ist unantastbar!"
Der Kerker wurde ihr Zuhaus'.
An einem Fleck tagein, tagaus.
Und immer im eigenen Dreck rumsitzen.
Die feine Nase, der Gestank!
Sie wurde traurig, wurde krank,
Und als sie sehr krank wurde, gab es Spritzen.
Sie wurd' zum Decken kommandiert, -
Das hat sie niemals akzeptiert,
Dass Schweinesein nur Ferkelzucht und Mast war:
Und wenn man ihren Willen brach,
Dachte sie dran, wie Mutter sprach:
"Die Würde des Schweins ist unantastbar!"
Dann fuhr der Viehtransport vor,
Man packte sie an Schwanz und Ohr
Zusammen mit ihren Leidensgenossen.
Die zitterten und quiekten bang
Und fuhr´n und standen stundenlang,
Viel enger noch als üblich eingeschlossen.
Das Schwein ist schlau, so ahnt es schon
Die tragische Situation.
Sie wusste, dass dies ihre letzte Rast war,
Sie hat den Schlachthof gleich erkannt,
Und sie ging ohne Widerstand.
Die Würde des Schweins ist unantastbar!
Sie hat den Himmel nie gesehn,
Durft´nie auf einer Weide stehn,
Hat nie auf trocknem, frischem Stroh gesessen.
Sie hat sich nie im Schlamm gesuhlt,
Freudig gepaart und eingekuhlt -
Wie könnte ich dies Häufchen Elend essen?
Die Speisekarte in der Hand
Seh´ich über den Tellerrand
Und kann die Bilder wohl nie vergessen.
Ich möchte nicht, du armes Schwein,
An deinem Leid mitschuldig sein,
Weil ich in diesem Restaurant zu Gast war.
Und ich bestell´ von nun an wohl
Den überback´nen Blumenkohl.
Die Würde des Schweins ist unantastbar!
Reinhard
Mey
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Der
Werwolf
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Ein
Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind, und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!
Der
Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:
"Der
Werwolf", - sprach der gute Mann,
"des Weswolfs"- Genitiv sodann,
"dem Wemwolf" - Dativ, wie man's nennt,
"den Wenwolf" - damit hat's ein End.'
Dem
Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!
Der
Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb's in großer Schar,
doch "Wer" gäb's nur im Singular.
Der
Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.
Christian
Morgenstern
zum
Zuhören
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Hund
und Katze
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Miezel,
eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Haßten sich aus Herzensgrund.
Schon
der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.
Doch
wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt, wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.
Beide
lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.
Einst
zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld. Da geht es bumm.
Der Herr Förster schoß sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.
Oh,
wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.
Und
sie trägt sie kurz entschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.
Mensch
mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit.
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.
Wilhelm
Busch
zum
Zuhören
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Der
Papagei
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Christian
Morgenstern zum Zuhören:
Bitte
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Rassehund
und Klassehund
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Ein
Hund, der kaum auf diese Welt,
der
nicht so recht gelungen war.
Er
sah nicht aus als wie bestellt,
in
Körperbau und Haar.
Das
eine Ohr hing schief herunter
und
die Beinchen war’n zu krumm,
doch
war das Kerlchen frech und munter
und
alles andere als dumm.
Die
Nase, die war etwas lang
und
auch die Farbe war missglückt,
doch
war dem Kleinen drum nicht bang,
weil
so mit Fehlern er bestückt.
Die
Mama liebt’ ihn zwar genau
mit
drum und dran, mit Haut und Haar,
doch
anders war`s mit Herrn und Frau,
denen
er nicht geheuer war.
Die
war’n entsetzt und sehr verdrossen
über
dieses Hundekind,
das
da ihrer Zucht entsprossen –
so
anders als die andern sind.
Doch
den schönen braunen Augen,
die
das kleine Kerlchen hat,
muss
man einfach alles glauben,
auch
ohne Ahnenstammbuchblatt.
Er
schaut so lieb und herzig drein,
so
fand er einen neuen Herrn,
der
konnte ihm nicht böse sein
und
hat das kleine Hunderl gern.
Vom
Standard ist er weit entfernt,
doch
„geh bei Fuß“ und „platz“, „bleib liegen“,
das
hat er beinah’ schon gelernt
und
„bringen“ tut er fleißig üben
Er
ist beim Lernen g’rad so weit
und’s
macht ihm ebensolchen Spaß,
wie
den Kollegen schön und g’scheit,
die
stolz sind auf den Ahnenpass.
Und
die Moral von der Geschicht’
für
Hunde ohne Show und Schau,
zwar
haben sie kein Rasseg’sicht“
doch
sind sie oft besonders schlau.
Karin
Immler
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Der
Esel
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Es
stand vor eines Hauses Tor
Ein Esel mit gespitztem Ohr,
Der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei.
Nun
kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
Die auch sogleich, indem sie lachen,
Verhasste Redensarten machen,
Womit man denn bezwecken wollte,
Dass sich der Esel ärgern sollte.
Doch
dieser hocherfahrne Greis
Beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
Die Seite, wo der Wedel sitzt.
Wilhelm
Busch
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Fuchs
und Igel
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Ganz
unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
»Halt!« rief der Fuchs, »du Bösewicht,
kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, dass jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen Seiner Majestät -
geh her und übergib dein Fell!«
Der Igel sprach: »Nur nicht so schnell!
Lass dir erst deine Zähne brechen;
dann wollen wir uns weiter sprechen.«
Und alsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.
Wilhelm
Busch
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Der
Panther
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Sein
Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müd geworden,
dass
er nichts mehr hält.
Ihm
ist, also ob es tausend Stäbe gäbe
und
hinter tausend Stäben keine Welt.
Der
weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der
sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist
wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in
der betäubt ein großer Wille steht.
Nur
manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich langsam auf -,
dann
geht ein Bild hinein,
geht
durch der Glieder angespannte Stille –
und
hört im Herzen auf zu sein.
Rainer
Maria Rilke
Hier
gibt es dieses wunderschöne Gedicht zum Zuhören.
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Heldentaten-
katzenfritz-
geschichte
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Ein
kleines Möpschen namens Fritz,
besaß
viel Herz und Mutterwitz.
Es
wollte in die große Welt,
von
der man ihm so viel erzählt.
Er
schlich sich raus vors Gartentor
und
kam sich sehr verwegen vor.
Draußt’
machte er den ersten Schritt
und
pirscht sich weiter – Tritt um Tritt.
Des
Nachbars schwarze Katz’ auwei,
die
kam gerade auch vorbei.
Die
war beinah’ so groß wie er
-
und mindestens genauso schwer.
Das
riesengroße Katzentier
Sprang
fauchend hinterm Strauch herfür,
erwischte
Fritzchen noch am Ohr,
weil
der beim Flüchten etwas Zeit verlor.
Die
mörderische Katzentatzen,
die
mit den Krallen, die so kratzen,
die
gruben sich in Fritzens Fell
und
machten doppelt ihn so schnell.
Zurück
zum Heimat-Gartentor,
da
saß er nun – Blut troff vom Ohr –
unser
Fritz, der große Held,
und
dachte sich, die ganze Welt,
kann
mir ganz schön gestohlen bleiben,
wo
solche Biester rum sich treiben.
Da
ist es mir doch zu gefährlich,
die
große Welt erscheint im letztlich höchst entbehrlich.
So
bleibt der Fritz in seinem Garten,
die
große Welt, die kann ruhig warten!
Doch
seinen Enkelmöpschen wird er stolz berichten,
seine
Heldentatenkatzenfritzgeschichten.
Karin
Immler
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Die
drei Spatzen
|
In
einem leeren Haselstrauch
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie der Hans hat's niemand nicht.
Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
Christian
Morgenstern
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Die
Enten
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Die
Enten laufen Schlittschuh
auf ihrem kleinen Teich.
Wo haben sie denn die Schlittschuh her,
sie sind doch gar nicht reich?
Wo
haben sie denn die Schlittschuh her?
Woher? Vom Schlittschuhschmied!
Der hat sie ihnen geschenkt, weißt du,
für ein Entenschnatterlied.
Christian
Morgenstern
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Vergebliche
Liebesmüh'
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Ein
Mensch, der hielt sich einen Köter
mit
Namen „Hans“, ein echter Schwerenöter
Zwar
war der Hund von ruppiger Statur,
doch
dacht’ er stets an „faire l’amour“.
Zwei
Straßen weiter wohnt indessen,
das
Käthchen, welches ganz auf ihn versessen.
Lässt
spielen alle ihre Kunst,
um
zu gewinnen seine Gunst.
Beim
Gassigeh’n am Zaun entlang,
ein
„Wuff“ von ihr – ihm wird ganz bang.
Schon
fast frivol sie wackelt mit dem Schwänzchen,
als
bät’ sie keck ihn um ein Tänzchen.
Und
das Figürchen wohlgerundet –
er
scharrend Beifall schon bekundet.
Ein
tiefer Blick aus dunklem Augenrund:
warm
wird ihm da um’s Herz, dem Hund.
Doch
ist die Liebesmüh’ vertan,
denn
Herrchen band den Streuner an.
Und
offensichtlich ist ihm wurst,
wie
groß des Hänschens Liebesdurst.
Auch
Käthchen, welche derzeit läufig,
hat
Herrenbesuche daher häufig.
Weshalb
man sie recht gut verwahrt,
bis
rasserein sie einst verpaart.
Das
Hänschen, welches ausgebüxt,
sofort
zu seiner Liebsten flitzt.
Zu
Käthchens Fenster sehnsuchtsvoll
sein
liebeskrankes Werben scholl.
Und
aus dem Fenster schmachtet Käthchen
(weitum
das schönste Hundemädchen!)
und
gibt dem Hänschen zu verstehen:
„Mit
dir würd’ ich ins Kornfeld gehen!“
Doch
wie gelangt er bloß zu ihr,
verschlossen
scheint ihm jede Tür.
So
suchte er ums ganze Haus,
er
kann nicht rein, sie kommt nicht raus.
Ein
liebeskrankes Hundepärchen,
streng
bewacht von Frau- und Herrchen.
Die
schwören heut’ noch jeden Eid
„Ich
habe aufgepasst, die ganze Zeit!“
Das
Käthchen durft’ nicht raus allein,
das
Hänschen konnte nirgendwo hinein.
Und
keiner weiß recht, wie es kam,
wann
Romeo die Festung nahm.
Doch
krabbeln auf der Hundedecke,
vier
kleine Racker - eins in jeder Ecke.
Die
Kerlchen sind von ruppiger Statur –
und
erbten Hänschens Frohnatur.
Karin
Immler
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